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Thema der Woche KW 28
Sonntag, 06.07.2008
Mt 11, 25‑30 - „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich werde euch Ruhe verschaffen“
von Msgr. DDr. Werner Reiss
Diese Stelle wird heute noch durch das Kitsch‑Bedürfnis des 19. Jh. wahrgenommen - „der sanfte Jesus ...“
Was hier spricht, ist die Weisheit Gottes, und die lässt sich im erkennen durch einen unbefangenen Zugang zur Schöpfung und durch eine Zuwendung zu den Armen. Die Weisheit wird personifiziert. Für einen beträchtlichen Teil der Urchristen ist Jesus selbst diese Weisheit, die sich „hinstellt an den Kreuzwegen unseres Lebens und einlädt, an ihrer Einsicht teilzunehmen“. Dann bedeutet Weisheit für die Christen, sich auf ein ungesichertes Leben einzulassen und so ein neues Vertrauen zu gewinnen in eine Schöpfung, deren Teil wir sind und für die wir verantwortlich sind ‑ mit den Armen.
Das Gegenbild dieser Auffassung ist die Dummheit. Erasmus von Rotterdam hat vor ca. 500 Jahren das „Lob der Dummheit“ geschrieben. Die lobt sich selbst und bedient sich selbst, heute unterstützt durch ungeheure Macht ‑ und Medienapparate. Die Weisheit geht andere Wege. Sie öffnen sich nicht von selbst. Aber: ihr Joch ist sanft, das Joch der Dummheit wird immer schwerer.
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