Gedanken zum Sonntagsevangelium, Lk 24, 35-48:
„Während sie sprachen, trat er selbst in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch.“
von Msgr. DDr. Werner Reiss
Die Auferstehungsgeschichte des Lukas schließt an die Emmaus-Szene an. Er trat in ihre Mitte – und zuvor kamen Zeugen des Glaubens, die sein Wort und das Brotbrechen verstanden hatten.
Die Mitte des Lebens ist meistens besetzt: durch Ängste, Selbstverwirklichungswünsche und Machtwünsche. Dass in unserer Mitte so etwas wie der Gottesfriede sein kann, das ist wohl für alle Zeiten ein fremder Gedanke. Dass aus dieser Fremdheit Vertrauen entstehen kann, das wird in diesem Evangelium ausgesprochen. Diese Mitte wird nicht mehr „besetzt“, sondern freigegeben, weil freigelassen. Man kann das in die eine oder in die andere Richtung lesen.