St. Johannes-Nepomuk-Kapelle  

Neuigkeits Details

Thema der Woche KW 25
Sonntag, 15.06.2008

Gedanken zum Sonntagsevangelium, Mt 9,36-10,8
von Msgr. DDr. Werner Reiss

Wir hören: „Geht hin und predigt: Das Himmelreich ist nahe herbei­ gekommen! Heilt Kranke, erweckt Tote, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, so gebt auch umsonst!“ Und dann setzt der Evangelist hinzu: „Nehmt keinen Ranzen mit, auch nicht zwei Hemden ...“ (Mt 10,7‑10).Wo immer ihr hinkommt, konzentriert euch auf das Wesentliche. Die „Option für die Armen“ brauche ich wohl nicht zu erklären.

Was steht hinter dem Evangelium? Die Erfahrung der ersten „Jesusbewegung“. Wandermissionare in Palästina, die tatsächlich von der Hand in den Mund gelebt haben und die Zeitenwende zugunsten der Bedürftigsten angesagt haben. Diese Überlieferung wurde von den ersten Christen in ihre Gemeindetraditionen übernommen.

Zur Auslegung: Mobilität ist erstens etwas Aufgezwungenes (Vertriebene, Wanderarbeiter). Das betrifft Milliarden. Mobilität ist etwas Gesuchtes (Tourismus, durch den wir unseren Horizont erweitern). Mobilität ist die Lebensbedingung für Qualifizierte im Zeichen der Globalisierung. Das bringt Fortschritt, aber auch Opfer. Opfer für wen?
‑ Für die, deren Identität mehrfach gebrochen wurde, sodass sie zwar sehr flexibel geworden sind, aber nicht mehr wissen, wofür sie da sind?
Das Evangelium wirft ein Licht auf diese unsere Situationen.

www.johanneskapelle.at 23.03.2026