St. Johannes-Nepomuk-Kapelle  

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Thema der Woche KW 24
Sonntag, 08.06.2008

Mt 9, 9‑13 - Berufung
von Msgr. DDr. Werner Reiss

Der Angehörige einer verachteten Bevölkerungsgruppe, der Zöllner, wird in die Nachfolge Jesu berufen. Damit beginnt eine neue Zeit. Welche?

1. Berufung ist die Neufassung eines Lebensentwurfs. Das heißt in christlicher Tradition: aufgrund der Berufung aller durch den Geist der Auferstehung.
2. Das Nachdenken über „Berufung“ wird meistens existentialistisch zu eng gesehen: die spirituelle Erschütterung eines Einzelnen. Bei allen Berufungsgeschichten ist das soziologische Konzept der „Rolle“ doch gleich wichtig. Menschen prägen ihr Leben um ‑ wie denn sonst? Zugleich entsteht die Frage nach einer „echten Berufung“ ‑ was ist denn der Unterschied zu einer spirituellen Eigenbrötlerei, verbunden mit Fanatismus?
3. Folgendes: Berufung ist grundsätzlich nicht abschließbar. Sie ist immer ein Weg ins Freie ‑ ein Weg, der sehr mühsam sein kann. Berufung bedeutet immer die Begegnung mit anders Berufenen, das heißt: eine Neuaufnahme des Dialogs, manchmal ein neuer Austrag von Konflikten. Das letzte Kriterium hat Paulus festgeschrieben: „Wir wollen Diener eurer Freude sein“ (2 Kor 1, 23).

www.johanneskapelle.at 23.03.2026